Autorität – eine Projektion voller Widersprüche

Wofür brauchen wir Menschen Autoritäten? Sind diese ein überflüssiges Relikt autoritärer Zeiten oder einfach notwendig, damit unser Zusammenleben funktioniert? Das Thema Autorität rückt derzeit vielfach in den Fokus der öffentlichen Diskussion. Es entpuppt sich bei näherem Hinsehen als wahre Fundgrube von Paradoxien und Widersprüchen.
Als notorischem Liebhaber derselben gefällt mir das natürlich. Aber ich finde das Thema auch darüber hinaus spannend und wichtig. Autorität hat etwas mit Führung zu tun, und wer die Führung übernimmt, hat entscheidenden Einfluss auf unser Leben. Wird dies bald überlebenswichtig für uns als Menschheit? Wie kann unser individueller Zuwachs an Bewusstsein sich in einem neuen Verständnis von Autorität zum Ausdruck bringen?

Eat the world upWem können wir noch trauen?
Das Thema ist nicht nur politisch hoch brisant, sondern auch für unsere persönliche Orientierung im Leben. Da wir heute weniger denn je alle wichtigen Informationen selbst aufnehmen, geschweige denn verarbeiten können, brauchen wir Experten. Aber wem können, dürfen oder wollen wir vertrauen? Die Vertrauenskrise gegenüber den Spezialisten ihres Gebiets ist inzwischen allumfassend. Ärzte und Banker, früher Menschen, deren Berufe hoch angesehen waren, haben kaum noch mehr Reputation als Politiker und Autoverkäufer. Wir brauchen sie, aber können wir ihnen vertrauen? Und sogar strenggläubigen Katholiken werden ihre Hirten langsam suspekt.
Besonders heikel wird die Frage der Autorität und des Vertrauens, wenn es um die Sinnfragen im Leben geht, um Glück und Erfüllung.
Der Markt der Glücksversprechen boomt seit langem. Autoritäten in Sachen Heilung, Selbstverwirklichung und Transzendenz überbieten sich mit immer neuen M(eth)oden. Sorgenfrei in fünf Minuten. Gestern ein Schlager, heute schon wieder out. Wem vertrauen wir uns in den Grundfragen unseres Menschseins an? Oder sind wir einfach jeder unseres eigenen Glückes Schmied, und glauben einfach das, was und gerade passt?

Das Thema betrifft mich auch persönlich. Als Therapeut, als Leiter von Seminaren und als Buchautor werde auch ich zuweilen als Autorität angesehen, ob ich das nun will oder nicht. Einerseits wäre mir manchmal tatsächlich lieber, dem wäre nicht so, denn es kann dem unmittelbaren menschlichen Kontakt im Wege stehen. Andererseits gibt mir Autorität Einflussmöglichkeiten, und die will ich ja auch haben. Autorität ist ein zweischneidiges Schwert. Wie gehe ich, wie gehen wir damit am besten um?

Autorität kommt von dem lateinischen Begriff Auctoritas und bedeutet „Ansehen“ und „Würde“. Das klingt positiv. Bezeichnen wir jedoch jemanden als „autoritär“, so ist das meistens weniger wertschätzend gemeint. Damit deuten sich schon zwei fundamentale Seiten von Autorität an: die Machtseite und die Seite der Anerkennung spezieller Kenntnisse und Fähigkeiten. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ setzt sich damit in ihrer Ausgabe vom 7. Oktober 2010 intensiv auseinander und schreibt: „Wer Autorität erringen und bewahren möchte, muss viele, manchmal widersprüchliche Anforderungen erfüllen.“ Sind diese überhaupt heute noch erfüllbar? Und hat, wer unbedingt Autorität erringen möchte, sie nicht eigentlich schon verspielt?
Kaiser Wilhelm
Die da Oben
Die höchsten Repräsentanten unseres Staates genießen derzeit wenig Autorität. Der letzte Bundespräsident zog sich im Sommer aufgrund zu geringen Respekts beleidigt von seinem Amt zurück, den aktuellen finden je nach Umfrage bis zu 85% der Befragten für sein Amt eher ungeeignet. Kanzlerin Merkel und Vizekanzler Westerwelle sind gute Beispiele dafür, wie das substanzlose Schielen auf Zustimmung diese letztlich einbüßt. Angela Merkel war zu Beginn ihrer Amtszeit beliebt, weil sie nicht im autoritären Basta-Stil daherkam. Inzwischen löst ihre Unbestimmtheit bei vielen nur noch Würgereiz aus. Guido Westerwelle verkörpert geradezu kongenial die nach Würde und Ansehen trachtende Persönlichkeit, der beides genau dadurch wohl niemals zuteil werden wird.

Knapp zwei Jahre nach seiner triumphalen Wahl zum US-Präsidenten hat es auch Barack Obama erwischt. Wer hoch fliegt kann tief fallen. Obama hätte ein Halbgott sein und dennoch die Erwartungen an ihn niemals erfüllen können. Sie waren zu widersprüchlich. Allerdings: warum konfrontiert dieser begnadete Redner nicht die schlichte Tatsache, dass er allein nicht allzu viel ausrichten kann, sondern nur wir zusammen: „Yes, WE can.“?
Stattdessen müht er sich ab, steht oft gegenüber dem mächtigen Einfluss der Lobbys auf verlorenem Posten und wird immer unbeliebter. Auf ihn wird eine Machtfülle projiziert, die er gar nicht hat. Wird er den Mut und die Autorität haben, eines Tages zu verkünden, woran er gescheitert ist und wo die wirklichen Schalthebel der Macht zu finden sind? Wohl eher in der Wallstreet als im weißen Haus. Vor allem aber … in uns allen. Doch dazu später mehr.

Ich halte Obama noch immer für einen der wenigen Politiker, der bei aller Eitelkeit doch überwiegend das Gemeinwohl im Auge hat. Wer heutzutage als Sachwalter unseres Gemeinwohls gewählt wird, kümmert sich in der Regel nach der Wahl vorrangig um die Wiederwahl. Ich sehe darin weniger individuelle Unzulänglichkeit als einen Systemfehler unserer Parteiendemokratie. Heute ist es fast unmöglich, dass Personen mit echter innerer Autorität in Amt und Würden gelangen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Und was hat das mit uns zu tun, mit dir und mit mir?

Jogi Löw for President?
Was bedeutet echte, positive Autorität? Wem möchten wir uns anvertrauen? Wer soll, wer kann, wer darf uns führen? Die Medien berichten gerne von Aufstieg und Fall, in der Politik nicht anders als im Sport. Ist alles nur eine große Show? Wäre es nicht an der Zeit, mal ernsthaft die Frage aufzuwerfen: wem wollen wir in unserer Gesellschaft Führungsaufgaben übertragen? Mit dem Kreuzchen alle vier Jahre ist es offensichtlich nicht getan. Aber wie dann? Jogi Löw for President?

Kirchendämmerung Nicht umsonst spitzt sich der Konflikt mit der islamischen Kultur immer weiter zu. Es scheint nahe liegend anzunehmen, dass die islamisch geprägten Gesellschaften eine antiautoritäre Revolution (oder zumindest eine „Aufklärung“, wie der Vorsitzende Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in einem Interview am 14.10.2010 sagt) noch vor sich haben. Wir wollen wohl kaum dahin zurück, dass Kirchenfürsten darüber befinden, was wahr ist und was sich gehört. Aber auch nach Aufklärung und antiautoritärer Bewegung haben wir noch viel zu lernen, was das Thema Autorität angeht. Der Westen ist kein so gutes Vorbild, wie wir das in unserer Überheblichkeit manchmal annehmen und wie selbstverständlich davon ausgehen, dass andere Kulturkreise dem früher oder später nacheifern werden. Am 14.10. las ich in der Badischen Zeitung, dass sich zehn Prozent unserer Bevölkerung nach einem Führer sehnen, der uns mit harter Hand regiert. Ist das zu fassen? Muss sich Geschichte wiederholen?

Dagegen sein
Aber ist gibt auch Hoffnung. Es gärt in unserer Gesellschaft, die Proteste gegen „Die da oben“ nehmen wieder zu und erreichen ganz neue, bürgerliche Schichten. Nachdenklich stimmt mich allerdings, dass politisches Engagement sich immer noch leichter gegen etwas als für etwas zu bündeln vermag, wie aktuell gegen Stuttgart 21. Die Schwaben bekommen Beifall von vielen Seiten, weil sie sich nicht mehr alles von oben aufs Auge drücken lassen. Aber was zeigt sich darin? In einer Welt, in der das Klima langsam entgleist, die Banken unter Einsatz aller denkbaren Ressourcen Casino spielen, da treibt ausgerechnet die Verhinderung eines Bahnhofs die Menschen massenhaft auf die Straße. Ist dieser Bahnhof für die notorisch geizige schwäbische Seele einfach zu teuer? Oder ist dies tatsächlich der Beginn einer Kulturrevolution, wie manche behaupten?
wir hier unten
Im Kampf gegen Autoritäten wird oft übersehen, wer ihnen diese Macht, die wir bekämpfen, eigentlich verleiht. In einem Bericht über die aktuelle Ausstellung „Hitler und die Deutschen“ ist in der Süddeutschen Zeitung zu lesen:
Die „entscheidende Grundlage“ dieser Herrschaft sei nicht in der zwingenden Gewalt der Persönlichkeit Hitlers zu sehen, sondern in der Bereitschaft der Bevölkerung, ihm diese Gewalt zuzubilligen. Es sei eine Herrschaft „kraft affektueller Hingabe an die Person des Herren und ihre Gnadengaben (Charisma)“ gewesen. Gegen Hitler konnte man – schwer genug – kämpfen. Aber wie gehen wir mit den Strömungen in unserer Kultur um, die solche „Führer“ erschaffen? Das Thema ist nach wie vor hochaktuell, und die Freiheiten, die wir heute in weltanschaulichen Fragen in Deutschland genießen, sind nicht für alle Zeiten garantiert. Was gilt es zu lernen?

Seinen Meister finden
Weil das ewige Dagegen-Sein in Frustration mündet, wendeten sich viele Protestler nach 1968 irgendwann ganz von jeder politischen Betätigung ab und zogen sich ins Private zurück. Einige entdeckten die Spiritualität. Aber auch hier entkommen wir nicht der Brisanz des Phänomens Autorität. Ganz im Gegenteil. In den meisten Religionen und spirituellen Traditionen spielen Autoritäten immer noch die Hauptrolle, nicht nur der Papst. Und das Erstaunliche ist: nicht selten unterwerfen sich frühere Revoluzzer später voller Hingabe einem Guru und erleben das als Befreiung. Osho bzw. Bhagwan, wie er früher hieß, war diesbezüglich einer der beliebtesten spirituellen Autoritäten unter den Alt68ern.

Kürzlich sah ich den neuen Kinofilm „Guru – Bhagwan, His Secretary and His Bodyguard“. In diesem Film kommt die Ambivalenz von Autorität meisterhaft zum Ausdruck. Er portraitiert vor allem den Ashram im Poona der siebziger Jahre („Poona 1“) und die Kommune in Oregon („Ranch“) in den Achtzigern. Mich hat es sehr berührt zu sehen, mit welchem Vertrauen und welchem Enthusiasmus sich Menschen in Poona 1 in die verrücktesten Therapien begaben, die auch vor härtestem Encounter mit Gruppensex und Prügeleien nicht zurück schreckten. Ein liebevolles und schier bedingungsloses Vertrauen in den Meister schien alles zu tragen. Was der Meister zuließ, konnte nicht falsch sein.
Vor diesem Hintergrund zu sehen, wie sich die Gemeinschaft in Oregon innerhalb von relativ kurzer Zeit in einen paranoiden, faschistoiden Kleinstaat mit Überwachungssystemen und schwerer Bewaffnung entwickelte, das wühlte mich sehr auf, obwohl es mir eigentlich längst bekannt war. Noch mehr erschütterte mich allerdings in Foren zu lesen, dass es immer noch Osho-Anhänger gibt, die das Ranch-Desaster als sein geniales antifaschistisches Lehrstück verklären. Osho habe das alles bewusst so laufen lassen oder gar inszeniert, um seine Anhänger gegen diktatorische Regimes zu immunisieren.
Ich habe Osho nie persönlich kennen gelernt. In seinem Ashram in Poona erhielt ich 1994, nach seinem Tod, den Namen Saleem, der für mich allerdings weniger meine Hingabe an Osho zum Ausdruck bringt als meine Sehnsucht zur Hingabe an das Leben. Osho war in meinen Augen ein genialer Meister der Paradoxien. Auch zu ihm, wie zu jedem Menschen, sei er nun erleuchtet oder nicht, gehörten für mich Stärken und Schwächen. Und Selbstüberschätzung war möglicherweise eine von letzteren, wie auch im Film „Guru“ teilweise behauptet wird. Ihm jedoch eine so zynische Vorgehensweise zu unterstellen, nämlich die Hingabebereitschaft Tausender zu missbrauchen, um eine antiautoritäre Lektion mit derart schwarzer Pädagogik zu vermitteln, das finde ich nicht nur abwegig, sondern, wenn es denn wahr wäre, auch noch abstoßend. Wie viel Unfehlbarkeit wollen – oder müssen? – manche seiner Anhänger in Osho sehen, um auf solche abstrusen Ideen zu kommen?
Vatermord
Ich sehe es als ein zutiefst menschliches Dilemma an, uns einerseits einem anderen Menschen und seiner Führung zumindest zeitweilig anvertrauen zu wollen, andererseits aber die Verantwortung für uns selbst zu behalten, ob uns das nun passt oder nicht. MeisterWie wir mit Autorität umgehen spiegelt natürlich nicht zuletzt die Beziehung zu unserem Vater. Und was im mythischen, aber auch im therapeutischen Kontext als Vatermord beschrieben wird, handelt vor allem davon: wann und wie realisieren wir, dass wir die Verantwortung für uns selbst nur selbst tragen können? Und wie verändert sich dadurch unser Umgang mit Autoritäten, denn diese wird es – hoffentlich! – weiter geben in unserem Leben.

Als ich vor einigen Monaten entschied, mich von meinem wichtigsten Lehrer Alan Lowen zu lösen und meiner Arbeit nicht mehr den von ihm urheberrechtlich geschützten Titel „The Art of Being“, sondern einen eigenen Namen zu geben, die Schule des Seins, war ich viel mit diesem Thema beschäftigt. Es war nicht das erste Mal, dass ich mich von einer Autorität gelöst habe, aber es war zum ersten Mal erstaunlich leicht. Meine früheren „Vatermorde“ hatten mich anscheinend tatsächlich reifen lassen. Vatermord bedeutet letztlich die zuweilen schmerzhafte Erkenntnis, dass es die ideale Vaterfigur nur in uns selbst, als Vision oder als Sehnsucht, gibt, aber niemals da draußen. Was folgt daraus?
Und wie gehe ich damit um, wenn ich selbst zur Vaterfigur geworden bin. Manche Teilnehmer meiner Seminare idealisieren mich, möchten in mir jemanden sehen, dem sie jederzeit voll und ganz vertrauen können und in dessen Gegenwart nichts wirklich schief gehen kann. Obwohl ich weiß, dass ich manche Erwartung früher oder später enttäuschen werde, halte ich es doch für einen wichtigen Teil des inneren Prozesses, derartig idealisierende Projektionen erstmal geschehen zu lassen, bis die Zeit für die Enttäuschung reif ist.
Es gibt andere Menschen, die mich in der Leiterrolle lieber bekämpfen oder mit mir konkurrieren. Auch hier ist es mein Job, das erstmal auszuhalten, damit zu gegebener Zeit sichtbar werden kann, was dahinter steckt. Allerdings biete ich mich für derartige Autoritätskonflikte weniger an. Das hat mit meiner persönlichen, antiautoritären Prägung zu tun als auch mit einer der wesentlichen Orientierungen in meiner Arbeit. Der Verantwortung jedes einzelnen möchte ich stets den ihr gebührenden Platz einräumen. Dadurch relativiert sich meine Autorität. Und es wird transparenter, dass immer zwei dazu gehören, wenn jemand als Autorität erscheint: einer, der sie projiziert, und einer, der diese Projektion annimmt oder sich darum bewirbt.

Bewusst projizieren?
Projektionen gelten im Allgemeinen als ein Zeichen von Unbewusstheit. Und nicht nur, aber auch soweit es Autoritäten betrifft, geschehen die dazu gehörigen Projektionen tatsächlich meist unbewusst. Wir merken oft nicht, dass wir einer Autoritätsperson aktiv etwas entgegen bringen und sie erst dadurch Ansehen für uns erlangt. Oder umgekehrt, wir sind uns dessen nicht bewusst, wie wir uns um die Projektion von Autorität bei anderen bewerben bzw. deren Projektion – freiwillig oder auch widerwillig – annehmen. Psychologisch betrachtet reinszenieren wir dabei in der Regel unbewusst unsere Kindheitsszenarien. Projektionen müssen aber nicht unbewusst geschehen. Bewusste Projektion impliziert ein völlig anderes Bild von Autorität, nämlich eines, das mehr von Vertrauen geprägt ist anstatt von Macht.Vertrauen ist eine freie Wahl. Es kann nicht erzwungen werden. Echte Autorität, die bewusst in jemandem gesehen wird, basiert auf Anerkennung und Vertrauen, nicht auf Macht. So verstandene Autorität beißt sich sogar in gewisser Weise mit Macht, speziell mit institutionalisierter Macht.
Wenn die anfängliche freie Wahl aus dem Bewusstsein verschwindet, werden wir zu Gefangenen unserer Projektionen. So geschieht das, was wir immer wieder beobachten können: Üben die von uns wegen ihres Ansehens Gewählten die ihnen verliehene Macht aus, verlieren sie genau das, was sie vormals dafür qualifiziert hat: ihr Ansehen, ihre Autorität. Danach ist das Jammern und Wehklagen groß, nun wird die unwürdige Autoritätsperson verdammt, ihr Mangel an Moral wird beklagt, im Extrem wird sie – wie im dadurch sehr lehrreichen Beispiel Hitler – dämonisiert, verteufelt: „Wir sind es nicht, er ist es gewesen!“

Autorität – ein Spiegel
Es ist paradox: natürlich möchten wir Macht gerne in die Hände derer geben, die sie durch ihr Ansehen und ihre Würde verdienen. Wenn wir aber nicht mehr darüber im Klaren sind, dass wir ihnen die daraus resultierende Macht selbst verliehen haben, und zwar nicht durch das Kreuzchen auf dem Wahlzettel, sondern durch unsere Projektion, dann kämpfen wir, indem wir gegen Autoritäten kämpfen, immer gegen unser eigenes Unbewusste.

Projektionen beinhalten immer etwas, was auch in uns selbst angelegt ist. Insofern spiegeln uns unsere Autoritäten Teile von uns selbst, und umgekehrt. Diejenigen, die in uns eine Autorität sehen, spiegeln uns unsere vielleicht weniger ansehnlichen Seiten. Soweit wir uns dessen bewusst werden, können wir begrüßen, dass andere uns in uns schlummernde Potenziale spiegeln oder uns auf eher ungeliebte Schwächen aufmerksam machen. Wir lernen voneinander und miteinander. Die Rollen, die wir dabei einnehmen, sind Rollen auf Zeit. Jede hat ihre eigene Würde. Bluete
Solange wir aber glauben, die Autoritäten in unserem Leben hätten etwas, wessen wir vollständig ermangeln und bedürfen, solange werden wir ihre Fähigkeiten idealisieren bis zur Enttäuschung oder ihre Macht bekämpfen bis zur Kapitulation, Resignation oder Revolution, wobei nach letzterer das Spiel meist mit umgekehrten Vorzeichen weiter geht. Wir hier unten fühlen uns abhängig oder ausgeliefert. „Die da oben“ sind dann Windmühlenflügel, gegen die wir kräftig Wind machen und dabei doch nicht viel bewegen.

Auf wen also projizieren wir unsere Autorität, freiwillig oder unfreiwillig? Auf unsere Eltern? Auf unseren Chef? Auf den amerikanischen Präsidenten? Auf den Dalai Lama? Auf Julia Roberts? Auf Sokrates? Auf unsere Therapeutin? Auf unseren Partner? Auf unsere Kinder? Auf Mutter Erde? Auf Gott?

Das göttliche Paradox
Es ist ein göttliches Paradox: wir sind bedingungslos für uns selbst verantwortlich und zugleich sind wir in vielerlei Hinsicht ohnmächtige Individuen. Wir können nun mal nicht alles selbst in die Hand nehmen, und bleiben doch für alles, was uns widerfährt, verantwortlich, was heißt,dass nur wir selbst unsere Antwort darauf finden können und mit deren Konsequenzen leben müssen. Dieses Paradox spiegelt uns eine Grundbefindlichkeit unseres Menschseins. Wir erleben uns als Individuum, als unteilbares eigenes Ganzes, und sind doch untrennbarer Teil von etwas, was größer ist als wir selbst. Wir haben als Einzelne keine Macht über das Ganze. Wir können uns mit dem Ganzen verbunden fühlen, und entdecken dann, dass und wie wir die Autorität des Daseins projizieren. Anstatt das zu beklagen oder zu beenden zu versuchen, kann das Projizieren ein bewusster Akt werden. Ganz zu uns selbst zu kommen bedeutet so, über uns selbst hinaus zu wachsen und uns in unseren Projektionen wieder zu erkennen. Echte Autorität wird so zu echter Demut: über mir gibt es immer noch Gott, das Leben, die Existenz, das Sein. Mich damit verbunden oder gar eins zu fühlen macht mich groß und klein zugleich. Ich erkenne meine Autorität in der Autorität des Seins. Alle weiteren Autoritäten sind dessen – freiwillig oder unfreiwillig gewählte – Stellvertreter. Sie repräsentieren und manifestieren das Leben. Wem das bewusst ist, dem schenke ich gerne mein Vertrauen.

Und Sie?

Über Saleem Matthias Riek

Saleem Matthias Riek ist Heilpraktiker mit dem Schwerpunkt Paar- und Sexualtherapie, Tantralehrer, Diplom-Sozialpädagoge und lebt bei Freiburg im Breisgau. Saleem ist Autor mehrerer Bücher rund um Lust und Liebe, Tantra und Spiritualität. Bisher erschienen sind "Herzenslust" (auch als Hörbuch), "Leben, Lieben und Nicht Wissen", "Herzensfeuer", "Lustvoll Mann sein" und "Mysterien des Lebens". Weitere Bücher sind in Vorbereitung, u.a. eine Romantrilogie.
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9 Antworten zu Autorität – eine Projektion voller Widersprüche

  1. Paul sagt:

    Lieber Salem, Du sprichst über Deine Liebe zum Nicht-Wissen und schreibst doch dezidiert und scheinbar wissend! Ist das wegen Deiner Liebe zum Paradoxon?

    • Lieber Paul, du sagst es! Allerdings sind Paradoxien nicht alle die Widersprüche, die wir aus Denkfaulheit nicht auflösen, sondern diejenigen, die nach gründlicher Erforschung übrig bleiben. Und Nichtwissen ist nicht einfach die Abwesenheit jeden Wissens, sondern ein Gewahrsein um dessen Begrenzungen. Wenn Sokrates sagte: „Ich weiß, dass ich nichts weiß!“, wusste er dann, oder wusste er nicht? Solche Fragen liebe ich. Was übrig bleibt inmitten so einer Paradoxie ist… Gewahrsein.

      • Klaus Heinrich sagt:

        Lieber Salem
        Für Sokrates war das „Ich weiss, dass ich nichts weiss“ nur die erste Stufe – die Ideenlehre baute dann darauf auf. Siehe Berner-Hürbin, Annie, Psyche, Energie, Ekstase. Sokratische Psychotherapie und aktuelle Bewusstseinsforschung, Frauenfeld 2009.
        Gruss, Klaus Heinrich

  2. Henriette Landig sagt:

    Dieser Artikel hat mich sehr bewegt, da ich selbst oft von anderen als bestimmend eingeschätzt werde, obwohl ich mich selbst nie so empfunden habe und mich viel lieber anlehne.
    Es mag aber an meinem Verhältnis zu meinen Vater liegen, mit den ich immer wieder Machtkämpfe austragen musste.
    In meiner Beziehung habe ich gelernt Vertrauen in meinen Partner zu setzen und erkenne in ihn seine Stärken, die ich vielleicht in mir selbst nicht erkennen kann. Dieses Vertrauen ist mir enorm wichtig und gibt meinem Leben sehr viel Kraft.

  3. Elmar sagt:

    Lieber Saleem,

    ich freue mich immer wieder, dass du über den Tellerrand des Individuums hinausschaust und dich auch mit den Fragen unseres Zusammenlebens, unseres (Über-)Lebens auf diesem Planeten und unserer Verantwortung dafür auseinandersetzt. Ich bin überzeugt, dass dies untrennbar zu den Fragen der eigenen Heilung und des eigenen Seins dazu gehört.

  4. Paul Wolterstorff sagt:

    Hallo Saleem,

    danke für deinen langen Artikel über Autorität. Ich habe sehr viel Interessantes darin gefunden. Kleine Mosaiksteinchen zum Nachgrübeln und auch Berührendes: der so verzweifelt nach Anerkennung heischende Westerwelle, der – so aufgefasst – fast Mitleid erregen kann ( „is ja schon gut, mein Junge, hast du schön gemacht, bist ein Großer“). Oder auch Barack Obama, der redlich bemüht an der Diskrepanz zwischen Charisma und eigenen Möglichkeiten der politischen Gestaltung scheitert. It’s so lonely at the top….

    Drei kleine Mosaiksteinchen möchte ich hinzufügen:

    Die letzten Universalgelehrten gab es meines Erachtens im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert. Heute ist es nicht mehr möglich, alle Wissensgebiete zu überblicken -ein einziges, für alle Teilbereiche gültiges Erklärungsmodell gibt es nicht mehr und damit auch nicht mehr den omnipotenten Allwissenden. Es gibt nur noch Spezialisten. Man ist – im besten Fall – richtig gut in ein, zwei Fachgebieten. In denen hat man dann auch eine gewisse Autorität, man kann Anderen als Wegweiser und Berater dienen. Aber eben auch nur in diesen Bereichen.

    In der Transaktionsanalyse stehen im Strukturmodell des Ich’s drei Kreise übereinander: Den oberen Kreis bildet der Eltern-Ich Zustand, den zweiten, darunter liegenden der Erwachsenen-Ich Zustand und den dritten den Kindheits-Ich Zustand. Wenn ich dieses Modell annehme und bewusst damit umgehe, kann ich entscheiden, mit welchem Kreis ich gerade spielen will. Manchmal fühle ich mich klein und will betüttelt werden. Dann sag ich „Eh du, Autorität oder was du bist, mach du mal, ich mag mich nicht entscheiden müssen, ich lauf lieber hinterher.“ Manchmal fühl ich mich im Erwachsenen-Ich, ich möchte das, was sich in mir ganz individuell angesammelt hat von gleich zu gleich einbringen. Gelegentlich möchte ich auch gerne Autorität sein und aus dem Eltern-Ich sprechen – in meinem Fachbereich gibt es hierfür Gelegenheit.

    Wenn ich so mit Autorität umgehe, übernehme ich selbst Verantwortung für das, was aus meinem Umgang mit Autoritäten geschieht. Erteile ich die Rundum-Autoritätsgenehmigung mit Ego-Waschgang (was ich auch schon tat), befinde ich mich auf der Kind-Ebene und weise dem „Guru“ die omnipotente Autoritätsebene zu. Es ist meine eigene Zuweisung, die ihn oder sie zum Guru macht. Da ich angesichts zunehmender Komplexität der Welt nicht mehr an die omnipotente All-Wissensinstanz glaube, lasse ich das lieber. Mein Weisheitslehrer kann gerne über Weisheit lehren, mein Bankberater über Finanzen und Jogi Löw über Fußball. Auf anderen Ebenen sind sie Menschen wie wir alle – ich diskutiere und streite mit ihnen auf der Erwachsenenebene. Andere Ebenen erhalten sie nicht – es ist meine Entscheidung.
    Grüsse
    Paul Wolterstorff

  5. Lieber Paul,
    danke für deine wertvollen Hinweise. Für manche Themen schein es sinnvoll zu sein, sich Experten anzuvertrauen. Aber auch ohne Fachwissen sind wie gefordert zu entscheiden, wer seinen Wissens- oder Erfahrungsvorsprung in unserem Sinne einsetzt und wer nicht. Eine knifflige Frage, für Eltern, Kinder und Erwachsene gleichermaßen…
    Schöne Grüße
    Saleem

  6. Hallo Saleem,
    bin ich grad auf einen Text von mir aus 2007 gestoßen über „Natürliche Autorität“. Vielleicht gefällt er dir ja. Wenn du magst, setze ihn auf deine Webseite. Ich finde, er passt zu deinem Text über Autorität. 🙂 Ab und zu mal ein bisschen Dekonstruktion tut gut.
    Sugata

    Natürliche Autorität
    Es gibt sie nicht, die natürliche Autorität. Jede Autorität ist künstlich

    Immer wieder begegne ich dem Mythos der »natürlichen Autorität«. Besonders dann, wenn ich vor der Faszination durch Autoritäten warne, höre ich das. Ich hätte mit meinen Warnung ja so vielfach ja recht, höre ich dann, aber dieser oder jener sei doch eine natürliche Autorität, nicht so ein strammer Forderer oder so ein aufgeblasenes Ego, das droht und rumfuchtelt, weil es sich so wichtig findet. Im übrigen sei auch die Art wie ich führe eine solche angenehme, »natürliche«. Meine Art zu überzeugen sei nicht aufgesetzt, sondern eben »natürlich«, außerdem gut gemeint und auch in der Wirkung gut, wie man ja sehe – schmeichel, schmeichel… Aber das überzeugt mich nicht.

    Ganz natürlich ins Verderben geführt 
    Ich verweise dann gerne auf Hitler, der ja auch eine solche natürliche Autorität war. Es kam einfach so aus ihm heraus, es überzeugte. Er hatte Charisma, die Menschen fühlten sich auf natürliche Weise von ihm angezogen. So ist es überall, wenn Menschen einer Autorität folgen und das nicht in erster Linie aus Angst vor Strafe tun; da haben sie das Gefühl, das sei eine ganz natürliche Sache. Ist es ja auch. Es ist eine ganz natürliche Magie, ein ganz natürlicher Bluff, eine ganz natürliche Show von Persönlichkeit – eine Führung oder Verführung, je nachdem wie es ausgeht oder wie es ethisch bewertet wird, jedenfalls ganz natürlich. Man kann Menschen auf ganz natürliche Weise ins Verderben führen.

    Autorität entsteht kulturell 
    Es gibt sie nicht, die natürliche Autorität. Jede Autorität ist künstlich, will sagen: Das Entstehen von Autorität ist ein kultureller Vorgang, kein biologischer. Insofern es in Tiergesellschaften eine Rangordnung gibt, ist übrigens auch dort die Entstehung ein kultureller oder (wenn man die beiden Begriffe unterscheiden will) zumindest ein sozialer Vorgang; es ist einem Tier ja nicht angeboren, welche Stufe in der Rangordnung es erhält, sondern das ist das Ergebnis eines sozialen Geschehens. Autorität ist entstanden, sie ist geworden. Falls diese Entstehung beabsichtigt wurde, kann man sagen, sie ist konstruiert. Insofern unsere Gesellschaft Autoritäten hat, die von irgend jemandem beabsichtigt wurden (und das hat sie), kann man sagen, diese Autoritäten seien konstruiert. Sie können aufgebaut werden. Elite-Schulen, Management-Trainings und Casting-Agenturen tun genau das oder versuchen es wenigstens.

    Woher kommt das Führungstalent? 
    Manchen fällt es leichter zu führen als anderen. Die, denen es leicht fällt, sind aber nicht unbedingt die besseren Führer, jedenfalls nicht im ethischen Sinne (siehe Hitler, Stalin, Ahmadinedschad und andere charismatische Führer) und oft auch nicht, was ihre Effektivität anbelangt (Mahatma Gandhi). Ob es jemandem leicht fällt, Autorität zu sein, ist sicherlich zu einem großen Teil eine Folge von angeborenem Talent, der größere Teil aber dürfte durch Prägung und Konditionierung während des Aufwachsens entstanden sein – der Rest ist trainierbar. Selbst bei angeborenen Talenten ist die autoritäre Wirkung dekonstruierbar, das Charisma dehypnotisierbar, es ist möglich, aus der Trance aufzuwachen.

    Dekonstruktion – oder die Nebel von Avalon? 

    Die Anhänger der »natürlichen Autoritäten« aber wollen das lieber im Nebel des Magischen lassen. Sich einer solche vermeintlich natürlichen Autorität hinzugeben ist ja sooooo schööön! Nicht mehr nachdenken, nicht mehr selbst entscheiden zu müssen – endlich mal Erholung von den Stress.
    Kann ich ja verstehen. Aber ab und zu Mal ein bisschen Dekonstruktion ist gut für die Gesundheit, insbesondere die seelische, oft auch für die wirtschaftliche.

  7. Birgit Aschemann sagt:

    Hallo Saleem,

    Ich mag deine Texte sehr, ebenso wie deine Bücher – die Themen darin sind mir sehr vertraut (wobei ich sie wahrscheinlich auch wein bisschen anders verstehe als du?):

    Vor allem das Nichtwissen hab ich liebgewonnen, als Nichtwissenmüssen
    (gerade wenn man sonst berufsbedingt ohnehin häufig die „Expertinnenprojektion“ zu tragen hat)… auch Nichtwissen als Nicht-werten (müssen), keine Normen setzen (müssen)… das spüre ich als echte Erleichterung.
    Und das Nichtwissen als Neugierigbleiben und Sich-überraschen-lassen-dürfen in einer Langzeitbeziehung („ich bin nicht du und weiß dich nicht“ – wie das Michael Lukas Möller empfiehlt – kann ja echt aphrodisierend sein (unter anderem).

    Vom Umgang mit Widersprüchen und Ambivalenzen bin ich nicht ganz so begeistert (wie passend). Was mir da sehr hilft, ist das Bild vom inneren Parlament (das hab ich von Gunther Schmidt gehört): wir müssen uns irgendwie verhalten und immer wieder Entscheidungen treffen zwischen all den Widersprüchen… und die inneren Stimmen und einander widersprechenden Anteile, die wir ja auch haben, stimmen jedes Mal neu ab über die Frage, die gerade ansteht. Sie kommen je nach den aktuellen „Mehrheitsverhältnissen“ (oder den jeweils lauteren Stimmen) zu einer Entscheidung, und die muss nicht für die Ewigkeit halten, es kommt bestimmt eine neue Abstimmung – und das ist o.k. so (wer will schon in einer Diktatur leben?). Ich finde das Bild sehr hilfreich, um nicht allzu unruhig und spannungsgeladen zwischen den diversen Widersprüchen zu stehen (oder zu irren)!

    Und ach, der Umgang mit „Autoritäten“! Mich hat lang das Motto begleitet, „triffst du Buddha unterwegs, so töte Buddha“. Auch ein Zitat (von M. Scott Peck?) – mit dem er uns auf die Gefahr hinweist, die für uns besteht, wenn wir unsere Verantwortung für uns selber an einen „Lehrer“ abzugeben versuchen: sobald ich jemand zur Autorität für mich Leben mache und mit meinen Projektionen auflade, mache ich mich kleiner, vertraue weniger meinem eigenen Gespür – und nehme mir die Kraft (Saleem, ich kann sicher noch gaaaanz viel von dir lernen – in diesem Sinne schick ich dir eine herzliche Projektion ;-)) Mit seinem Buddha-Zitat setzt Peck ja noch vor dem Vatermord an und scheint uns zu warnen: tu es erst gar nicht. Lade niemand anders so sehr mit deiner Kraft auf, dass dir dein eigene Kompass und deine Eigenverantwortung abhanden kommen. Mach gar nicht erst jemand zum „Vater“. Aber ist es nicht ein ähnliches Aufladen des/der Anderen, wenn wir uns verlieben? Ist die große „Gefahr“ beim Verlieben nicht das Verlorengehen des klaren Gefühls für uns selber, eine zu große Abhängigkeit von der Sicht des anderen? (das ist jetzt vielleicht was „typisch Weibliches“?) Aber würden wir deswegen drauf verzichten?

    Umgekehrt fühlt es sich immer wieder so ungut an, die Autoritätserwartungen der anderen zu enttäuschen, ihren Frust über das „du weißt ja gar nicht!“ oder “du kannst ja gar nicht für mich…“ zu spüren (und ist doch unvermeidlich). Die Haltung des „Nichtwissens“ und die Weigerung “Autorität“ zu sein haben viel miteinander zu tun – nicht wahr? „Autoritäten“ brauchen viel bewusste Bereitschaft, die unweigerlichen Enttäuschungen auszuhalten, die danach kommen (ähnlich wie Verliebte, die enttäuschen und das aushalten müssen… wenn sie sich nicht auf Dauer verstecken wollen)

    Danke für dein Schreiben, Saleem, für mich sind deine Texte sehr inspirierend!
    Ich knabbere noch am letzten Absatz in deinem Text: was du die die Autorität des Seins nennst, kann ich vorerst eher denken… es liest sich aber so, als würde es gut tun, das auch zu spüren. Vielleicht geht’s da weiter für mich?

    Danke für euer Lesen, liebe Alle, die ihr auch mit ähnlichen Fragen beschäftigt seid…

    Herzlich, Birgit

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