Aktuelle Meldung

Es ist wirklich kaum zu glauben: der Datenschutzbeauftragte der Bundesländer Erwin Moosbrink schlägt vor, den Monat April abzuschaffen.

Datenschutz solle jetzt endlich auch dem Klimaschutz zugute kommen, heißt es. Um die Klimaveränderungen zu beobachten und zu analysieren und dann die entsprechenden Maßnahmen einleiten zu können, seien verlässliche Daten unabdingbar. Und da spreche der Monat April nunmal, so Moosbrink, allen Statistiken Hohn und werde daher immer wieder dafür missbraucht, die längst eindeutig belegten weltweiten Klimaveränderungen in Frage zu stellen.

Anstatt 12 Monate solle es in Zukunft nur noch 11 geben, die 30 Tage des April sollen gleichmäßig auf alle anderen Monate verteilt werden, wobei die bislang kürzeren Monate entsprechend stärker Berücksichtigung finden sollen. Ob es sinnvoll sei, den Monat Dezember angesicht der dort immer wieder herrschenden vorweihnachtlichen Hektik zu verlängern, werde derzeit noch geprüft.

Offizielle Stellungnahmen der Bundesregierung und des Bundesrates lagen bis heute nicht vor. Der Bund der Steuerzahler hat bereits verlauten lassen, dass diese Maßnahme nicht zu erhöhten Gebühren und Abgaben führen dürfe. Die noch recht junge Umweltorganisation PC (Peace for the Climate) sprach von einer weiteren Mogelpackung und Augenwischerei, mit der sich die Eliten unserer Gesellschaft vor der realen Verantwortung drücken und reine Taschenspielertricks anwenden, um von den realen Problemen abzulenken.

Nun, dem habe ich nichts hinzuzufügen. Eine wunderschönen Tag wünsche ich Ihnen!

Saleem Matthias Riek

Veröffentlicht unter Aktuelles, Politik, Widersprüche | Verschlagwortet mit , | Ein Kommentar

Köhler ein Freund der Paradoxien

Wer hätte das gedacht. Auch unser Bundespräsident entdeckt sein Herz für Widersprüche. So sagte er kürzlich, am 24.3.2009, in seiner Berliner Rede

Die große Chance der Krise besteht darin, dass jetzt alle erkennen können: Keiner kann mehr dauerhaft Vorteil nur für sich schaffen. Die Menschheit sitzt in einem Boot. Und die in einem Boot sitzen, sollen sich helfen. Eigennutz im 21. Jahrhundert heißt: sich umeinander kümmern.

Bravo, lieber Horst, da können wir ja nur applaudieren. Von allen Seiten, von allen Parteien bekommt Köhler Zuspruch. Die Doppelbödigkeit dieses Zuspruchs wird schnell in einer Karikatur der Badischen Zeitung aufgegriffen, in die Worte Köhlers bei der Elite von Wirtschaft und Poltitik von einem Ohr dankbar aufgenommen und vom anderen Ohr sogleich in den Müll entsorgt werden.

Warum bleibt die Wahrheit, die Köhler hier ausspricht, so folgenlos? Ich glaube ganz einfach deswegen, weil noch nicht wirklich erkannt und anerkannt wird, dass der Konflikt zwischen Eigennutz und Gemeinsinn nicht weniger ist als der Grundkonflikt unserer Existenz. Wir müssen uns um unser individuelles Wohl kümmern, sonst bleiben wir auf der Stufe eines Kindes, das darauf wartet, versorgt zu werden. Und je mehr wir lernen, uns um unser Wohl zu kümmern, merken wir, dass wir von Wohl und Wehe unserer Liebsten und Nächsten nicht getrennt sind. Mit wachendem Bewusstsein zieht diese Erkenntnis immer weitere Kreise, bis wir sogar bei unseren Feinden ankommen. Ken Wilber nennt dies die Entwicklung von der Egozentrik zur Ethnozentrik hin zur Weltzentrik und glaubt, das von deren Gelingen schlicht das Überleben der Menschheit abhängt.

Wenn also Horst Köhler in der gleichen Rede der Politik  bescheinigt, jetzt den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, dann lache ich nicht nur mit dem Karikaturisten, dann steigt Wut in mir auf ob soviel Blauäugigkeit des Präsidenten, oder ist es Betriebsblindheit? Böswilligkeit? Eigennutz? Weiß er es selbst?

Zugleich weint in mir auch eine Kinderseele, die nicht glauben mag, dass wir Menschen weiter blind und sehend zugleich der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen entgegenschreiten und dabei in  Sorgen gefangen bleiben, ob unser Geld überleben wird. Wie heißt noch die alte Indianerweisheit?

„Erst wenn ihr den letzten Baum gefällt habt werdet ihr entdecken, dass man Geld nicht essen kann.“

Auch so ein Satz, wo jeder applaudiert…

Die Paradoxie, die Köhler benennt, sie verdient mehr Aufmerksamkeit, Einfühlung und Verständnis. Was brauchen wir Menschen, um wirklich über unseren Egoismus hinaus zu wachsen? Moral scheint hier nicht nachhaltig weiter zu helfen, denn sie erzeugt Widerstand. Aber was dann? Haben Sie eine Antwort?

Herzliche Grüße

Saleem Matthias Riek

Veröffentlicht unter Aktuelles, Politik, Widersprüche | Verschlagwortet mit , , , | Schreibe einen Kommentar

Ein genialer Verlierer

So ist ein Artikel in der Badischen Zeitung vom 13. März 2009 übertitelt. Gemeint ist Donald Duck, der seinen 75. Geburtstag feiert. Wie dieser Titel schon ahnen lässt: Donald ist ein Star für Fans der Paradoxien.
Donald war ein Vorbild meiner Kindheit, aber wollte ich wirklich so ein wie er? Wohl eher nicht! Genial wollte ich schon sein, aber immer wieder verlieren? Und doch mochte ihn so sehr, nicht zuletzt auch gerade weil er immer wieder verlor – aber nie den Mut.
Auch an einem 13. und gar noch an einem Freitag, erblickte ich das Licht der Welt. Auch mein Geburtstag war also ein traditioneller Pechtag. Und gleich zu Beginn meines Erdenlebens hatte ich bereits die erste Niederlage zu verkraften: mein Zwillingsbruder war acht Minuten schneller, und die habe ich seither nie aufgeholt…
Mit Donald, dem Idol meiner Kindertage, teile ich eine Leidenschaft für Widersprüche. Donald findet sein Glück stets mitten im Unglück. Er beneidet den Glückspilz Gustav Gans bis hin zum puren Hass, und möchte doch niemals so sein wie er.  Ihm wird nachgesagt: „Donalds Charakter ist vielschichtig: Er ist hart im Nehmen, aber auch im Austeilen…“
Nun, ich kann weder das eine gut, noch das andere. Und ich bin auch kein großer Verlierer, ich bin sogar in Maßen recht erfolgreich, obwohl mir der große Durchbruch als Autor bis heute nicht gelungen ist. Vielleicht wird ja mit diesem Blog alles anders?
Genau genommen hasse ich verlieren, das war schon früher bei einschlägigen Brettspielen mit meinem Zwillings-Bruder so. Aber ich liebe, was aus uns Menschen wird, wenn wir uns dennoch immer wieder dem Scheitern überlassen, unbedingt gewinnen wollen, aber nicht gewinnen müssen, manchmal emotional vollkommen unreif reagieren, aber uns immer wieder auf das einlassen, was uns gerade das Leben bietet. Darin hat mich Donald immer begeistert, und so wurde ich seinerzeit sogar Mitglied in der D.O.N.A.L.D, der „Deutschen Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus“ (Die gibt es echt: http://www.donald.org )
Inzwischen habe ich mich anderen Dingen im Leben zugewandt (davon mehr in weiteren Blogs). Dies ist mein erster Eintrag. Ich lade Sie ein, mit mir auf eine Reise in die Welt der Paradoxien zu kommen. NEIN, das ist keine virtuelle Welt mathematischer Formeln oder logischer Spitzfindigkeiten. Es ist eine Reise in das Herz unserer Wirklichkeit. Kaum etwas ist nämlich genau so wie es scheint. Es ist oft genug auch das exakte Gegenteil. So ist immer noch ungeklärt, was Donald eigentlich an dieser Schnepfe von Daisy gefressen hat. Er wirbt immer wieder um sie, obwohl sie meint, er sei ein lausiger Liebhaber. Aber ist vielleicht gerade das ein Beweis seiner Liebesfähigkeit?
Ich möchte unseren Blick für Widersprüche sensibilisieren, die uns jederzeit und überall begegnen. Sie sind ein Tor zu tiefer Wahrheit. Genauso oft spiegeln sie aber auch unseren Hang, der Wahrheit auszuweichen.
Dies ist nicht nur ein individuelles Thema. Es ist auch ein soziales, und nicht zu letzt ein spirituelles. Auch hier können wir vom Donald’schen Universum lernen: „Nicht nur für Zoologen interessant ist die Tatsache, dass Anatidae (Entenartige) in Entenhausen in der Minderheit sind. Die Mehrheit bilden Canoidea (Hundeartige), eine Minderheit besteht aus Humanoiden. Die Wirtschaftscreme wird von Enten gebildet. Die politische Macht liegt in den Händen von Schweinen, die Justiz untersteht Eulen.“
Wer jetzt meint, dies sei ein nicht ernst zu nehmender Spaß-Blog, liegt leicht daneben. Das wird schon der nächste Eintrag zeigen, wo es um die aktuelle Weltwirtschaftkrise geht.

Ich hoffe, dann sind Sie wieder dabei? Ich möchte mit diesem Blog ganz groß rauskommen! Sie helfen doch dabei, oder? Oder mögen Sie auch lieber Verlierer?

Herzlich

Saleem Matthias Riek

Veröffentlicht unter Widersprüche, Zeitlos | Verschlagwortet mit , , , , | Schreibe einen Kommentar